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Gärten und Parks Blumeninsel Madeira - Reisefotos und Reisebericht 2004

Blandy`s Garden / Funchal / Botanischer Garten  / Nationalpark  Ribeiro Frio / Nonnental / Tropical Monte-Palace-Garden / Orchideengarten Pregotter  / Strelitzie, die Blume Madeiras

Strelitzie - die Blume Madeiras

Auf welchem Weg und wann diese wunderschönen Blumen, die Blume Madeiras genannt, auf die Kanaren und nach Madeira gekommen sind, ist nicht genau geklärt. Vermutlich wurde sie von Einwanderern und Reisenden mitgebracht. Inzwischen wächst die exotisch bunte Pflanze "wild" in über rund 2000 Spezies. Überall springen einem ihre satten Farben wie Leuchtfeuer ins Gesicht. Kaum ein Madeirenser, der keine Strelitzie in seinem Garten hat, kaum ein Strassenabschnitt, wo nicht irgendwo eine Strelitzie blüht. Sie ist mit der Banane verwandt und stammt so auch aus der Familie der Musaceae. Oft wird sie als Symbol der Insel genannt. Aber das ist sie nicht. Eine offizielle Inselblume hat es nie gegeben; eine Blume aus Südafrika kann nicht das Wahrzeichen Madeiras sein, das muß eine einheimische Pflanze sein - und die wurde noch nicht benannt.
Mehr zur Strelitzie hier

Blandy`s Garden

Garten der Quinta do Palheiro Ferreiro an der Straße von Funchal nach Camacha, mit öffentlichen Verkehrsmittel gut erreichbar. Der Bus hält direkt vor der Quinta. Dieser Garten ist wohl der berühmteste auf Madeira. Die aus England stammende Händlerfamilie Blandy war einer der einflussreichsten Clans auf Madeira und bewohnt die Quinta (Villa) noch heute. Der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegte Park ist für Besucher geöffnet und mit einem Linienbus zu erreichen, obgleich schon ein utes Stück außerhalb (oberhalb- deshalb schöne Aussicht auf Funchal!!) der Stadt gelegen. John Blandy, gründete 1811 als Quartiermeister der britischen Armee auf Madeira seine heute weltberühmte Weinfirma. Blandy's Madeiras Ltd., die Gründungsmitglied der Madeira Wine Association war, die später in die Madeira Wine
Company umgewandelt wurde und die heute der mit Abstand größte Produzent von Madeiras ist. Noch heute verfügen seine Nachkommen über bedeutende Unternehmungen der Insel, sind z. B. Inhaber des berühmten Hotels Reids Palace. Hier sollte man - lt. Empfehlung des Reiseführers,  um 16 Uhr typisch englische "Teatime" genießen. Wir sind aber vor dem Preis zurückgeschickt - 23,--Euro für einen Tee mit Cake? Mußte nicht sein.

Zum Garten: Das Wohnhaus der Besitzer und der darumliegende Gartenteil sind abgetrennt vom zu besichtigenden Teil. Die verschiedene Gärten der Parkanlage, die ihre englische noble Herkunft nicht bestreiten können (direkt daneben auch ein gartenmäßig angelegter Golfplatz),  werden mit Namen bezeichnet.


so etwa der "Versunkene Garten" (wir würden sagen: "Senkgarten nach dem Vorbild Karl Foersters"
oder der "Garten der Dame" (verspielt, mit Topiary-Figuren).

Viele seltene Baumarten sind zu bewundern, Kakteen und Sukkulenten, eine Kamelien-Allee, Teichzone usw.  Ein Fluss hat am Rand des Parks eine steile Schlucht, die Ribeira do Infierno, gebildet und stellt einen Kontrapunkt zur gepflegten Parkanlage dar - einen Dschungel mit riesigen Baumfarnen z. B., den hinunterzuklettern ich mich allerdings nicht getraut habe.

Die Mutter des Clanchefs Adam Blandy , eine gebürtige Südafrikanerin, hat u. a. chinesische Blauglockenbäume, südafrikanische Blutblumen, australischen Jasmin, japanische Sicheltannen und sogar deutsche Eichen pflanzen lassen - für Gehölzfans also sicherlich ein Eldorado...

Versteckt hinter Lorbeerhecken liegt die Krönung von Blandy's Garden: ein pastellgelbes koloniales Häuschen, das die geschäftstüchtige Familie 1996 für Betuchte zum schönsten First-Class-Hotel Madeiras umgebaut hat. Leider war es nichts für unser Portemonaie; aber einige seiner betuchten Gäste nahmen im Gartencafe grad ihren Nachmittagstee...
 

Funchal

Blaue und rosa Hortensien,  Mimosen, Bougainvillien , riesige Weihnachtssterne,  Strelitzien  und Cannas säumen die Strassen der Hauptstadt. Jeder Park und jeder Garten quillt förmlich über von Chrysanthemen, Clivien, Strelitzien und  Kamelien.

Überraschend ist, dass lt. Aussage der Reiseleiterin kaum eine der ungezählten Blumenarten ursprünglich auf Madeira wuchs. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wurden sie im Laufe der Jahrhunderte von den Portugiesen, welche eine grosse Vorliebe für jegliche Art von Pflanzenschmuck haben, aus aller Herren Länder hergebracht. So erst wurde Madeira zu dem, was es heute ist: ein inselgrosser botanischer Garten - wirklich im wahrsten Sinne des Wortes eine Blumeninsel!

Auch die Baum-Aloe wächst überall...

Daturen (Daturas?) in allen möglichen Farben blühten!

In Funchal bieten etliche Quintas (Villen, Landsitze) frei oder gegen eine Gebühr (meist 2,--Euro) den Zugang zu ihren schönen Gärten - hier Quinta Cruzes mit einem "archöologischen Park" - archäologische Fundstücke integriert in die Parklandschaft.

Oder hier im Garten am Sitz des Gouverneurs von Madeira in der Quinta Vigilia ein schönes Blumenbeet

Das einzige einigermaßen schöne Rosenbeet hab ich im Stadtpark von Funchal gesehen - alle Rosen sahen irgendwie nicht sehr glücklich aus... (Im botanischen Garten waren hautsächlich Rosen spanischer und portugiesischer Züchter angepflanzt)

Der Markt "Mercado dos Lavradores" in Funchal ist  ein Muss. Rund um den Innenhof gruppieren sich auf zwei Ebenen malerisch angeordnete Körbe (das Korbhandwerk hat auf Madeira noch Tradition) mit exotischen Früchten und Gemüse. Samstags und Sonntags ist dort Bauernmarkt - dann soll er noch schöner sein, vor allem auch, weil die Bauern / Bäuerinnen  in typischer Landestracht hübsch anzusehen sind und draußen auch Volkstänze aufführen oder Lieder singen.

Botanischer Garten Funchal

Der 3.5 ha große Jardim Botânico, 1960 eröffnet, 3km entfernt vom Zentrum Funchals liegt terrassenförmig an einem Steilhang, bietet also ebenfalls etliche schöne Ausblicke auf die Hauptstadt. Eingerichtet wurde er auf dem Grund der Quinta do Bom Sucesso, damals im Besitz der Familie Reid. Angepflanzt sind inzwischen über 2000 Pflanzen. 
In Santana an der Nordküste sahen wir die typischen, kleinen,  strohgedeckten Nurdachhäuser (casas de colmo), die frühere traditionelle Behausung der Bauern hier  mit kleinen, aber schönen Gärtchen darum.Was heute folkloristisch romantisch anmutet, war eigentlich ein Zeichen tiefer Armut. Die casas bestanden nur aus einem Raum. Die Kochstelle lag außerhalb des Hauses. Weizenstroh war früher das billigste Material zum Dachdecken, inzwischen ist es recht teuer geworden. Zudem müssen die Dächer alle 3- 4 Jahre neu gedeckt werden. Deshalb gibt es nur noch einige wenige Häuser dieser Art in Santana - und eines wurde wieder aufgebaut im botanischen Garten. 

Im "Nutzpflanzenquartier": Obst und Gemüse: Ananas, Mango, Papaya, Avocado, Kaffeebaum, Zuckerrohr (aus dem ja der berühmte Poncha hergestellt wird, der Zuckerrohrschnaps), Taro, Süßkartoffel (hab ich probiert, schmeckt mir aber nicht - oder lag es daran, daß sie zu Fisch serviert wurde?),  adeirensische Küchenkräuter und  Arzneipflanzen. 
Ein Abschnitt mit heimischen und endemischen (nur auf Madeira vorkommenden) Arten macht den Besuch sicherlich nicht nur für Gärtner, sondern auch für Botaniker und "Naturfreaks“ interessant. Hier findet man ca. 100 Spezies, die nur in Madeira, auf den Azoren, den Kapverden und den Kanarischen Inseln vorkommen, angefangen von den Spezies, die man normalerweise auf den exponierteren Hängen Madeiras findet bis zu den Pflanzen auf den mittleren Höhen
und Bäumen aus Madeiras Laurissilva-Urwald. Hier hab ich das einheimische Geranium fotografiert. 

Im "Baumgarten" -  Bäume aus ökologisch gegensätzlichen Regionen der Erde, wie z. B. dem Himalaya und den Tropen, in der "Sukkulentenabteilung" stammen die meisten aus Südamerika. Hier ein riesiger Farn:

und einen Tulpenbaum (allerdings unterwegs fotografiert - steht aber auch im botanischen Garten!)

[
Überraschenderweise auch in diesem botanischen Garten: ein wunderschöner Blumenteppich 

und die Topiary-Gärten

Alle Pflanzen haben Schilder, auf denen das Herkunftsland, der botanische und der ortsübliche Name der jeweiligen Pflanze angeben ist. Für Vogelfreunde sicherlich besonders interessant der Vogelpark mit vielen exotischen Vögeln, vor allem Papageien aus der ganzen Welt, einige der seltensten Vögel z. B. Kakadus und ‘Loricos’ (eine Papageienspezies) von den tropischen Inseln Asiens, australische Sittiche und Zwergpapageien usw.  (Wer allerdings wie wir den Loiro-Park auf Teneriffa kennt, d e r  ist natürlich unvergleich schöner!).

Übrigens - zum Namen der Hauptstadt Madeiras: er stammt von dem portugiesischen Wort für Fenchel ("funcho") und beruht auf der Geschichte  der Ansiedlung dort. Die riesige Bucht, die sich gleich eines Amphitheaters von der Küste in die Höhe ausbreitet, soll vollkommen mit Fenchel bewachsen gewesen sein.

Nationalpark Ribeiro Frio (Naturschutzgebiet)

Im  Ribeiro Frio ist die Vegetation der Insel am ursprünglichsten -hier wachsen noch Mahagoni, Lorbeer- und Maiblütenbäume, Baumheide, Farne in allen Variationen und Größen und zahlreiche endimische Pflanzen. Außerdem ist hier der natürliche Lebensraum für die hübsche Silberhalstaube und verschiedene andere tierliche Inselbewohner, welche weltweit nur auf Madeira vorkommen. Anders als die Kanaren war Madeira ja unbesiedelt und fast zur Gänze von dichtem Lorbeerwald (laurissilva) bedeckt, als die Europäer die Insel entdeckten. Der portugiesische Name für Madeira bedeutet einfach "Holz“. Für das Klima und den Wasserhaushalt der Insel hat "laurissilva“ eine immens wichtige stabilisierende Wirkung, ist Heimat vieler, teils nur hier lebender Tier- und Pflanzenarten und schützt den wertvollen Boden vor Erosion. So dicht und undurchdringlich soll der Lorbeerwald Madeiras damals gewesen sein, dass die frühen Siedler befürchteten, es könnten gefährliche wilde Tiere oder auch wilde Menschen, ähnlich den wehrhaften Guanchen auf den Kanarischen Inseln, darin hausten und sie ihn deshalb in Brand setzten. Sieben Jahre lang soll  der Lorbeerwald angeblich gebrannt haben!  Zum einen wurde mit der Besiedlung natürlich die natürliche Pflanzendecke zerstört,  zum anderen musste der Lorbeerwald auch weichen, weil das Holz der Bäume im lokalen Bauhandwerk verwendet und später teils exportiert wurde. Bekanntes Exportholz war vor allem das als "Madeira-Mahagoni"  bezeichnete Holz des Vinhatico-Baums.
Nutzen ließ sich der Boden allerdings erst, als die Siedler dann die freigeholzten Hänge terrassierten. Noch heute prägt dieser "Flickenteppich" von Terrassen längs der Küste und in den Tälern das Bild der Insel und lässt die Berge Madeiras vielfach "hängenden Gärten" gleichen.Von den ursprünglichen Lorbeerwäldern, denen Madeira also seinen Namen verdankt, sind  nur noch einige Restbestände (ca 20 % mit einer Gesamtfläche von etwa 10 000 Hektar) übriggeblieben, die 1999 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurden. Hier im Naturpark besichtigten wir eine Forellenzucht (hoch oben in den Bergen!)  und haben das inseltypische Getränk, den Poncha, probiert (Zuckerrohr-Schnaps) 
Im Garten der Forellenzucht:  formale Gestaltung ...

Da wir nur durch den Wald gefahren sind, habe ich  keine Fotos von Lorbeerbäumen usw. Aus dem Holz der Bäume sind übrigens auch fast alle Zäune auf der Insel gefertigt... sie sehen zwar urig aus, aber  ich fragte mich immer, ob die auch wirklich stabil genug sind, um davor zu schützen, daß die Autos oder gar Busse die steile Klippe herunterstürzen? (Kommt auf dem Foto nicht so recht raus  - aber direkt hinter dem Baumstamm geht`s erst mal steil ab  - ich hab jedenfall nicht gewagt, mich anzulehnen...

Nonnental

Oder hier der Blick auf das "Nonnental" (Nonnental deshalb, weil hierher die Nonnen aus ihrem Kloster in Fuchal bei irgendeinem Krieg geflüchtet sind).  Es war eine absolut irre , sehr kurvenreiche Fahrt entlang der Klippen uf denen zwei Busse mit Sicherheit nicht nebeneinander paßten; heute ist es eine Einbahnstraße, früher soll sie mit Gegenverkehr gewesen sein (wie das möglich gewesen sein soll, geht mir aber nicht in den Kopf!). Jedenfalls hatte man tolle Ausblicken - nur schwindelfrei sollte man sein (einige Mitfahrer waren es nicht...)


Man hätte von unserem Aussichtspunkt ca. 3 Stunden hinunterwandern können entlang einer sogenannten "Levada". Inseltypisch sind die "Levadas",  die
Bewässerungskanäle, die zu Kolonialzeiten von maurischen Sklaven in die Felsen gehauen, gemauert und gesichert wurden. Bis in die heutige Zeit werden sie ausgebaut und modernisiert und versorgen die Südküste mit dem Wasser aus den Bergen, sodaß die Insel keine Wasserprobleme hat. Besonders die alten Levadas sind ideale Wanderwege, denn neben ihnen führt immer ein schmaler Fußweg entlang, der für die Instandhaltung der Kanäle notwendig war und ist. Deshalb ist Madeira bekannt als die Insel für Wanderer... Das Streckennetz beträgt über 2000 km Länge, davon 40 km durch Tunnel. Allerdings wird darauf hingewiesen, dort nur mit guten Wanderschuhen  zu wandern - ungefährlich ist es nicht! (Für mich kamen Wanderungen ja sowieso nicht in Frage. Ein Ehepaar im Hotel berichtete uns abends, daß sie auf den schlammigen Wegen ausgerutscht sind und sich nur schwer wieder den Hang hochgerangelt konnten - mit total verdreckter Kleidung kamen sie ins Hotel zurück) Längs der Levadas, aber auch der Wege hoch oben in den Bergen,  eigentlich überall am Wegrand,  auch in den Gärten, soweit das Auge reicht, sieht man Agapanthus - zu hunderten, tausenden (Millionen?) Wenn er  blau und weiß blüht - das muß einfach prachtvoll aussehen, doch die Blütezeit (August) war vorbei. 

Tropical Monte-Palace-Garden, Monte

Das oberhalb von Funchal gelegene Monte kann man - teuer - mit der modernen Schwebeseilbahn direkt vom Meer aus erreichen oder mit dem preiswerteren Bus. Unterhalb der Kirche Nossa Senhora do Monte, in der der letzte österreichische Kaiser Karl I. begraben liegt (er lebte hier bis zu seinem Tod in der Verbannung), betritt man einen der schönsten Gärten der Insel rund um das ehemalige Hotel Monte Palace mit herrlichen Baumbestand, Japanischem Garten, Grotten, einem See usw. Seit 1991 ist dieses von José Berardo geschaffene Gartenmeisterwerk in Monte, der Öffentlichkeit zugänglich - mit Sicherheit einer der schönsten und vielseitigsten Gärten der Insel – ein idealer Ort für einen unvergesslichen Tag  - und seinen (teuren) Preis wert!
Am Eingang mehrere tausendjährige Olivenbäume:

Umgeben von üppiger tropischer Vegetation findet man  in diesem Park eine der bedeutendsten Kachelsammlungen Portugals. Die Kacheln repräsentieren mehrere Jahrhunderte und stammen aus Palästen, Kirchen, Kapellen und Privatbesitzen des früheren portugiesischen Imperiums. Die meisten beschreiben gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Ereignisse. An einer anderen Stelle 166 Keramikplatten, die die gesellschaftliche, kommerzielle und kulturelle Beziehung zwischen Portugal und Japan darstellen. Entlang eines Weges stehen  40 Wandtafeln die  portugiesische Geschichte, angefangen vom Königreich des Dom Afonso Henriques bis zur letzten Tafel, die der Dritten Republik gewidmet ist.
Kachel mit dem Rosenwunder der Hl. Elisabeth von Portugal

Hier findet man auch die - lt. Guiness-Buch - größte Vase der Welt  - man achte auf das Verhältnis Mensch und Vase!

Die japanische Gartenlandschaft mit den Gewässern und Koiteichen entsprach nicht so meinem Geschmack, dafür war der See mit seinem Wasserfall und Schwänen wieder sehr schön.

Zurück nach Funchal fahren dann viele Touristen mit den berühmten Korbschlitten. Auf blankem Basaltpflaster und Asphalt beginnen die Holzkufen zu
rauchen, es geht steil und kurvenreich ca. 6 km nach unten und die beiden nebenher laufenden Schlittenführer haben alle Mühe, zu bremsen bzw. die Kurven richtig zu nehmen. Früher war die Fahrt im Korbschlitten ein "ganz normales Transportmittel", weil man lange Zeit auf Madeira von Räderfuhrwerken nichts wusste. Um Weinfässer und andere schwere Waren fortzuschaffen, bediente man sich noch bis in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts dieser Art Schlitten, vor den man Ochsen spannte. Leider hat der motorisierte Verkehr die Ochsengespanne mittlerweile vollständig verdrängt. Nur als Touristenattraktion hat dieses traditionelle madeirensische Verkehrsmittel zu überleben vermocht.

Josef Pregetters Orchideengarten (Jardim Orquídea)

Ein kleines Paradies am Hang, das die Orchideenzucht vom Labor bis zum Gewächshaus darstellt, mit einem Dschungelbiotop, mehreren Glashäusern (eine Mischung zwischen Freiluft-  /überdachtem Glashaus und Gewächshaus) und einem gemütlichen Cafe- und Orchideenverkauf (sowohl getopfte Pflanzen auch auch "Babyorchideen in einem speziellen Substrat in einer Flasche).

Gegenüber vom Orchideengarten fand ich diesen Strauch - der nach Auskunft der Reiseleiterin ein "Popcornstrauch" ist , weil die schwarzen Samen nach Popcorn duften. Der lateiniesche Name war ihr aber nicht bekannt... 

Und dann war der Urlaub auch schon zuende... Beim Rückflug dann war uns ein bißchen mulmig, denn nun wußten wir von der  "Stelzenkonstruktion", auf der die Landebahn des Flughafens von Funchal liegt. Da es auf Madeira kaum flache Stellen gibt, war diese Verlängerung des Ufers hinauf auf das Meer die einzige Möglichkeit, hier eine "ordentliche" Landebahn einzurichten. Wie man uns sagte, konnten vorher nur sehr speziell ausgebildete Flugkapitäne auf Madeira landen. Der Airport von Funchal war bekannt als der gefährlichste internationale Flughafen der Welt, die Landebahn war nur 1.600 m lang! Die Einheimischen nannten sie deshalb liebevoll "Flugzeugträger". Erst vor kurzem wurde die auf 2.780 m verlängerte Start- und Landebahn eröffnet, ein Jahrhundertbauwerk. Aber immer noch ist sie sehr kurz! Die Blume Madeiras, die Strelitzie - in länglichen Pappschachteln verpakt - hatten natürlich sehr viele Fluggäste als Souvenir im Handgepäck - eine Erinnerung an ihren Ausflug auf die wunderschöne Blumeninsel.

Beim Überfahren eines Bildes mit der Maus stoppt der Film...

Bitte beachten: Copyright Fotos Wolfgang Brandt / Maria Mail-Brandt!

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